Zum Glück Blog

Seit 2012 schreibe ich mal mehr und mal weniger regelmäßig meinen "Zum Glück Blog". 


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Neueste Blogbeiträge

Widerstand ist Zwecklos! Trauer als Widerstand gegen die Realität ... und wie du lernst den Widerstand aufzugeben!

Dienstag, 22 Mai 2018 20:16 von Susanne Keck

In diesem Blogbeitrag erfährst du:

  • Warum Trauer ein Widerstand gegen deinen Verlust ist,
  • warum das völlig menschlich ist und
  • wie du den Widerstand aufgeben kannst, um durch die Trauer hindurch und auf der anderen Seite heraus zu kommen.

Trauer als Widerstand gegen die Realität

Trauer hat viele Aspekte und kann auf viele Arten beschrieben werden. Einer davon ist, dass Trauer ein Ausdruck unseres Widerstandes gegen die Realität ist.

Schon Buddha hat vor Tausenden von Jahren in der Lehre von den “4 Edlen Wahrheiten” gesagt, dass Schmerz Teil des menschlichen Lebens ist und unser Widerstand gegen die Realität die Ursache unseres Leidens ist, nicht die Realität selbst.

Also erscheint es naheliegend zu sagen: der Widerstand muss weg! Daher die gut gemeinten Sprüche wie: “Du musst einfach loslassen.”, “Du musst die Realität akzeptieren” etc.

Der Mensch als Wesen mit Zukunft und Vergangenheit

Wir Menschen sind - im Gegensatz zu anderen Tieren auf der Welt - Wesen mit Vergangenheit und Zukunft. Wir leben so sehr in unseren Erinnerungen und Zukunftsszenarien, dass wir sie meist für realer halten als die Realität.

So abgeklärt und erwachsen wir vielleicht auch zu sein glauben, uns Menschen macht es ungeheuer viel aus, wenn das, was wir uns vorstellen nicht mit dem übereinstimmt was tatsächlich ist - weil wir glauben, dass die Dinge so sein sollten, wie wir sie uns in unserem Geist vorstellen.

Und nichts kommt ungebetener als der Tod. Den haben wir selten geplant.

Wenn Mama mir keine Schokolade gibt bin ich nicht ok

Unser Widerstand geht los, wenn wir ungefähr 2-3 Jahre alt sind und uns zum Beispiel vorstellen, dass wir an der Supermarktkasse Schokolade bekommen. Wir imaginieren schon das gute Gefühl, wenn Mama oder Papa uns die Schokolade kauft, wir sie öffnen und schmecken. Und dann sagt Mama oder Papa “Nein”. So erleben wir zum ersten Mal hautnah die Diskrepanz zwischen dem, was wir uns vorstellen und dem, was tatsächlich ist.

Nun könnten wir diese Diskrepanz dadurch beheben, dass wir uns in die Realität fügen und die ganze Sache abhaken. Schwupp, schon würde etwas anderes unsere Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen und die Sache wäre vergessen.

Aber in diesem Alter hat sich schon ein Teil von uns entwickelt, den man gerne “Ego” nennt. Dieses Ego will dafür sorgen, dass wir hier auf Erden gut zurechtkommen, kein Leid erleben, unsere Bedürfnisse erfüllt werden, wir Erfolg haben und das bekommen was wir wollen.

Und dieses kleine Ego findet: wenn die Realität anders ist, als wir sie wollen, dann stimmt etwas mit der Realität nicht! Das muss schnellstmöglich behoben werden - und zwar so, dass die Realität sich an das anpasst, was wir wollen und nicht umgekehrt!!

Dafür erfindet es dann den Trotzanfall oder andere clevere manipulative Techniken mit denen man Eltern weich kochen kann.

Natürlich ist das nicht dasselbe wie einen Todesfall zu erleben - dennoch ist das Prinzip das gleiche!

Trauer als Trotzanfall unseres Egos

Wenn ein für uns wichtiger Mensch stirbt, dann passieren zwei Dinge:

  • wir haben Erinnerungen an diesen Menschen und leiden, weil die Existenz des Menschen in unseren inneren Bildern nicht der äußeren Realität entspricht und
  • wir denken an die Zukunft und alles, was wir mit dem Menschen noch hätten erleben wollen und leiden, denn wieder stimmen unsere inneren Bilder nicht mit dem überein, was wir im Außen erleben.


Wenn sich unsere Vorstellung nicht mit dem deckt, was tatsächlich ist, dann reagieren wir mit Gefühlen wie Verzweiflung, Wut, Trauer oder Hoffnungslosigkeit. Das ist Ausdruck unseres kindlichen Egos dafür, dass es mit der Diskrepanz zwischen seinen Wünschen einerseits und der Realität andererseits nicht klar kommt.

Leid = Schmerz x Widerstand

Widerstand gegen das, was ist, ist vielleicht nicht der weiseste Umgang mit der Realität, aber ausgesprochen menschlich. Wir alle haben ihn! Er hat keinen besonders guten Ruf, will aber eigentlich unser Bestes!


Im Buddhismus gibt es die Formel: Leid = Schmerz x Widerstand.


Verlust erzeugt bei Menschen einen starken Schmerz, der aus unserem Bindungssystem herrührt. Wir sind zutiefst soziale Wesen und Verlust verursacht oft ähnlich große Schmerzen wie eine schwere körperliche Verletzung. Jeder, der schon einmal einen geliebtes Wesen verloren hat, kennt diesen Schmerz.

Sobald dieser Schmerz auftritt mischt sich das Ego ein, denn es will nicht, dass wir die Realität akzeptieren. Es will uns vor dem Schmerz schützen, denn es befürchtet, er gehe nie vorbei oder würde uns umbringen.


So entsteht Leid: indem das Ego verlangt, dass die Realität anders sein möge, als sie ist!


Es will uns sagen: "Hey, das ist falsch, das ist ungerecht! Das hätte nicht passieren dürfen! Da hätten wir ein Mitspracherecht haben müssen!", in der Hoffnung, dass es uns dann besser gine.

Viele Trauernde leiden - wie ich selbst - jahrelang unter diesem Widerstand gegen die Realität und schämen sich - wie ich selbst - gleichzeitig furchtbar dafür, dass sie im Widerstand sind, weil sie denken, sie müssten längst darüber hinweg sein.

Warum, warum, warum?

Warum ist die Realität anders, als ich sie wollte? Kinder (und Egos!) kommen nicht auf die Idee, dass es darauf keine Antwort gibt, weil die Frage müßig ist.

Also beginnen wir nach Antworten dafür zu suchen, warum alles so anders gekommen ist. Meist finden wir die Schuld abwechselnd bei uns, bei anderen, bei unserem verstorbenen Menschen oder bei Gott (der sich offenbar geirrt hat).


Und dann beginnt das, was im Buddhismus Leid genannt wird: wir verstricken uns in leidvolle Geschichten über die Realität, wie z.B.

  • Das hätte nicht geschehen sollen.
  • Ich werde nie mehr glücklich sein.
  • Ich habe etwas falsch gemacht.
  • Wenn ich xy anders gemacht hätte, dann ...
  • Xy hat etwas falsch gemacht.
  • Mein Leben ist vorbei.
  • und so fort ...


Warum nicht sein darf, was ist!

Der Grund für den Widerstand des Egos ist, dass es schreckliche Angst davor hat, das Leben nicht kontrollieren zu können. Es befürchtet, dass das noch schlimmere Gefühle mit sich bringen würde als der Widerstand selbst. Es denkt, wir wären dann ungeschützt dem Leben ausgesetzt, wie Spielbälle des Schicksals ...Dieser Angst setzt es seinen Widerstand entgegen, in der Hoffnung, dann wenigsten ein bisschen Kontrolle (oder besser: Illusion von Kontrolle) zu haben. Auch wenn es Verzweiflung, Wut oder Depression kostet!Den Widerstand aufzugeben wäre für unser Ego eine Niederlage, ein Eingeständnis in die Unkontrollierbarkeit und Komplexität des Lebens. Und was wäre das für ein Gefühl? Das Ego findet: es wäre das Ende, der komplette Verlust seines Selbstwertgefühls, die Vernichtung!

Die innere Stimme der Weisheit

"Das Leben ist nicht, wie es sein sollte. Es ist, wie es ist." sagt die die berühmte Systemikerin Virginia Satir. Das heißt: Keiner ist schuld. Kein Fehler ist passiert. Alles ist immer genauso, wie es sein sollte.Unsere innere Weisheit weiß, dass es genau so ist, wie es das Ego befürchtet: wir haben keine Kontrolle. Das Leben ist immer, wie es ist - damit kann man nicht diskutieren! Jeder Widerstand ist zwecklos! Leben und Tod liegen nicht in unserer Hand. In jedem Moment kann uns etwas genommen werden, das wir lieben.Nur findet die Weisheit das nicht so schlimm - sie sagt, dass das die menschliche Verfassung ist. Sie sagt, dass wir uns nicht so sehr an das hängen sollten, was vergänglich ist und uns mehr auf das konzentrieren, was unveränderlich ist und zu was wir immer Zugang haben, wie zum Beispiel Liebe, Dankbarkeit oder Mitgefühl.Buddha sagt, der einzige Weg zum Glück sei, gleichmütig (nicht gleichgültig!) auf das sich stets verändernde Leben zu blicken und sich davon frei zu machen bestimmte Erwartungen zu haben.

Das Ego ist Teil des Ganzen

Es scheint nun immer wieder so, als sei das Ego bzw. sein Widerstand das Problem. Als müsste es nur verschwinden und wir könnten in Frieden mit unserem Verlust sein.Doch das Ego ist auch das, was uns menschlich macht. Es beinhaltet all unsere Erinnerungen und Wünsche, unsere Niederlagen und Erfolge. Es zeigt uns, was wir lieben, an was wir hängen, ohne was wir nicht leben zu können glauben, was wir wollen, was wir ablehnen und bekämpfen. Es verursacht die allzu menschlichen Gefühle, wie Traurigkeit und Freude, Wut und Mitgefühl, Angst und Mut, Hoffnungslosigkeit und Zuversicht und so viele mehr.

Anerkennen des Leids

Nichts macht weniger Sinn, als neben dem Kampf gegen die Realität auch noch einen Kampf gegen Teile von sich selbst vom Zaun zu brechen, indem wir versuchen, dieses innere Kind zum Schweigen zu bringen und damit sein Leid zu negieren.Dieser innere Kampf zeigt sich, wenn wir

  • uns selbst als irrational bezichtigen,
  • uns innerlich für bestimmte Gefühle kritisieren,
  • uns unserer Reaktionen auf unseren Verlust schämen und uns aus der Scham heraus zurückziehen,
  • uns sagen, dass wir schneller oder besser über die Trauer hinweg kommen sollten.

Verständnis und Mitgefühl

Unsere Aufgabe ist nicht, das Ego loszuwerden, sondern es zu lieben. Byron Katie sagt über das Ego, es sei ein verängstigtes Kind, dem sie sich mit Verständnis und Geduld nähere. Das bedeutet nicht, dass wir uns seinem Widerstand anschließen müssen, seine Geschichten und Gedanken über die “ungerechte Welt” glauben müssen oder tun müssen, was es will. Genauso, wie wir unser trotziges Kind an der Supermarktkasse lieben und sein Leid verstehen können, ohne ihm deshalb die Schokolade zu kaufen.Wir können uns und diesem außer Rand und Band geratenen inneren Kind mit Mitgefühl begegnen - einfach deswegen, weil es leidet. Der erste Schritt aus dem Leid hinaus, ist es anzuerkennen, nicht es abstellen zu wollen.In der Praxis des Achtsamen Selbstmitgefühls wird auch der Widerstand als Leid erkannt und als solches benannt und nicht negiert: Ja, es ist schlimm! Ja, es ist ungerecht! Ja, es hätte nicht geschehen dürfen! Ja, die Welt ist ungerecht und grausam! Ja, dies ist ein Moment des Leidens! ...

Selbstmitgefühl für Trauernde

Sich selbst bzw. dem aufständischen Ego mit Verständnis und Mitgefühl zu begegnen ist der erste Schritt, um den Widerstand gegen die Realität aufzugeben!


Den Widerstand aufzugeben bedeutet:

  • das Leid anzuerkennen und benennen - im Gegensatz dazu, es zu bekämpfen,
  • sich zu erlauben, den Schmerz des Verlustes zu fühlen,
  • zu erkennen, dass der Widerstand und das Leid menschlich sind und alle Menschen es erleben und 
  • dass Verständnis und Mitgefühl einen leichter durch die schmerzlichen Gefühle bringen, als innerer Kampf.


Der einzige Weg aus der Trauer heraus, ist durch sie hindurch. Und hindurch kommen wir nur dann, wenn wir uns in unserem Leid und unserem Schmerz beistehen können. Wenn wir freundlich zu uns sein können - auch wenn wir irrational, im Widerstand und völlig außer Rand und Band sind. All das gehört dazu!

Mit schwierigen Gefühlen umgehen - kostenlose Meditation

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Du wirst sofort dadurch Erleichterung spüren, dass du anders auf die schmerzlichen Gefühle reagierst!


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Ohne den Gedanken bin ich frei! - eine Liebeserklärung an The Work of Byron Katie

Dienstag, 21 November 2017 15:34 von Susanne Keck

Das bekommst du in diesem Blogartikel

  • Du erfährst, um was es bei The Work of Byron Katie geht!
  • Ich teile mit dir, wie mir The Work of Byron Katie aus der Krise geholfen hat.

Das Evangelium in unserem Kopf

“Gedanken sind Freunde, keine Feinde. Sie sind einfach das, was ist. Sie sind unschuldig. Wir machen sie nicht. Sie sind nicht persönlich." Byron Katie


Wir alle sind daran gewöhnt unsere Gedanken sehr persönlich zu nehmen und sie zu glauben. Wir glauben, dass sie etwas über uns bedeuten. Wenn zum Beispiel der Gedanke "Ich bin nicht gut genug" auftaucht, dann glauben wir, dass das tatsächlich über uns persönlich bedeutet, das wir nicht gut genug sind.


Und wir finden natürlich auch genug Beweise in uns und unserem Leben (wie jeder Mensch auf der Welt)! Wenn wir uns dann aber unser ganzes Leben lang anstrengen, um endlich gut genug zu werden und glauben, dass wir den Gedanken damit "abstellen" können, dann stellen wir fest, dass der Gedanke dennoch auftaucht. Vielleicht strengen wir uns dann noch mehr an ... doch der Gedanke kommt wieder und wieder und wieder.


Wir alle glauben in Krisen jede Menge Gedanken ohne uns zu fragen. ob sie eigentlich wahr sind, z.B. dass das, was passiert ist, nicht hätte passieren dürfen. Dass es über uns bedeutet, dass wir nicht gut genug sind oder etwas falsch gemacht haben. Dass andere Menschen, Gott oder das Schicksal unfair und gegen uns sind. Dass wir (absichtlich) falsch behandelt wurden. Dass wir nicht (genug) geliebt bzw. respektiert oder wertgeschätzt wurden oder werden. Dass wir nie mehr glücklich sein können. Dass uns jemand verstehen oder retten sollte. Das andere sich bei uns entschuldigen sollten. Dass wir uns nicht so fühlen sollten, wie wir uns fühlen.


Warum kommen wir nicht auf die Idee, dass diese Gedanken nichts mit uns persönlich zu tun hat? Weil wir offensichtlich alles, was unser Gehirn an Sätzen und Bildern produziert behandeln, als ob es das Evangelium wäre. Meist kommen wir gar nicht auf die Idee, dass sie nicht die Wahrheit sein könnten und nichts über uns persönlich bedeuten könnten, dass sie Erscheinungen sind wie ein Regentropfen oder ein Sonnenstrahlen.

One Mind - wie ein einziges Gehirn!

The Work ist ein Weg, die Gedanken, die uns belasten und quälen zu untersuchen um zu sehen, ob sie wirklich wahr sind. The Work besteht aus 4 Fragen und Umkehrungen. 


Im ersten Schritt geht es darum, die Gedanken zu identifizieren, die unser Leid verursachen und ehrlich zu uns zu sein in Bezug auf unsere Überzeugungen. Oft nehmen wir unsere Gedanken so persönlich, dass wir uns ihrer schämen. Doch wenn man (wie ich) mit vielen Leuten über deren Gedanken spricht, dann sieht es so aus, dass wir alle dieselben Gedanken haben, als ob wir alle ein Gehirn wären. Es gibt keine neuen!

Es gibt keine verbotenen Gedanken

Manchmal meinst du vielleicht, dass du deine Gedanken nicht haben solltest, dass du spiritueller, freundlicher sein solltest oder dass du souveräner sein müsstest und das alles nicht so schwer nehmen. Doch solange du keine Verantwortung dafür übernimmst, dass du diese Gedanken glaubst und sie dir Leid verursachen, gibt es keine Hoffnung. 


Es ist im ersten Schritt wichtig zu erkennen, dass es ganz normal ist alle Arten von Gedanken zu haben (auch boshafte, kindische, unrealistische, irrationale, destruktive oder "abartige") und dass es nichts weiter bedeutet, als dass du Teil der Menschheit bist. Es gibt keinen Gedanken, der unmenschlich wäre. Insofern gibt es keine verbotenen Gedanken, sehr wohl aber leidvolle - und wenn du dir diese Gedanken verbietest oder so tust, als hättest du sie nicht, dann nimmst du dir auch die Chance auf Heilung.

Kannst du ganz sicher wissen, dass das wahr ist?

Einer der quälendsten Gedanken in meiner Krise rund um den Selbstmord meiner Mutter (kurz nach dem Tod meines Vaters) war "Alle haben mich verlassen".


Konnte ich ganz sicher wissen, dass das wahr ist? Nein! Glaubte ich es dennoch? Natürlich! Doch mir wurde langsam klar, dass der Gedanke viel mehr weh tat, als die Tatsache, dass meine Eltern tot waren und der Mann, den ich liebte, mich verlassen hatte.


Mit The Work stellen wir die Gedanken, die uns Leid verursachen, in Frage. Wenn du zum Beispiel glaubst, dass jemand dich durch das, was er oder sie getan oder gesagt hat ablehnt, dann fragt dich The Work, ob du wirklich ganz sicher wissen kannst, dass das wahr ist. Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das, was die Person gesagt oder getan hat bedeutet, dass sie dich ablehnt?


Zunächst wirst du dich vielleicht wundern, warum du dich das überhaupt fragen sollst, da es doch wie eine Tatsache aussieht. Na klar war das ablehnend! Das haben doch auch alle, mit denen du gesprochen hast, bestätigt. Doch die Frage ist nicht, wie es ausgesehen hat oder wie es die anderen sehen, sondern ob du absolut sicher wissen kannst, dass die Person dich ablehnt.


Wie reagierst du, wenn du den Gedanken glaubst?

Als ich den Gedanken glaubte, dass alle mich verlassen haben, fühlte ich mich unendlich einsam und verzweifelt, aber auch unwert.


Ich glaubte, es läge daran, dass ich nicht gut genug war. Andersherum gesagt: wenn ich gut genug gewesen wäre, dann hätten mich nicht alle verlassen, dann hätte sich meine Mutter nicht das Leben genommen, dann wäre der Mann bei mir geblieben. Für den Verstand ist es immer einfach Beweise für seine Gedanken zu finden.


Schmerzliche Gedanken zu glauben tut sehr weh. Wenn ich glaube, dass mich jemand ablehnt, dann fühle ich die Folgen dieses Gedankens in meinem Körper. Mein negatives Gefühl kommt nicht von dem, was die andere Person getan oder gesagt hat, sondern von meiner Interpretation als "ablehnend".


Durch die Interpretation mache ich die andere Person zum Feind und mich zum Opfer. Ich projiziere Ablehnung. Ich setze mich herab. Ich lehne mich ab.


Es ist wichtig dir selbst bezüglich deiner Gefühle und deiner Reaktionen auf den Gedanken ehrlich zu sein. Aller Gefühle und Reaktionen, auch Aggressionen dir selbst und der anderen Personen gegenüber, Selbstabwertung, Arroganz, Bedürftigkeit, Manipulation, Selbstgerechtigkeit etc.

Wer wärst du ohne den Gedanken?

Ohne den Gedanken, dass alle mich verlassen haben könnte ich sehen, wie viele Menschen noch da sind, wie sehr alle in meinen Gedanken und meinem Herzen sind.


Ich könnte sehen, dass mich niemand verlassen hat. Es ist kein "Verlassen", es sind nur Ereignisse, die man als solches sehen kann - oder auch nicht!


Ich könnte sehen, dass mein Wert nicht davon abhängt, dass ich dennoch ein Recht auf Glück habe. Wenngleich ich trauern würde um den Verlust, wäre da keine Schuld und keine Abwertung meiner selbst. Ich wäre nicht für immer "verdammt". Es gäbe Hoffnung. Ich wäre frei und voller Liebe zu mir selbst und den anderen.


Wer wärst du in derselben Situation ohne den Gedanken? Nicht in einer Traumwelt, in der alles ganz anders gelaufen wäre, sondern in der selben Situation, in der genau dasselbe passiert ist!


Vielleicht wärst du dann ganz bei dir? Vielleicht könntest du dem/der anderen authentisch zuhören? Vielleicht wüsstest du dann, dass es nichts mit dir persönlich zu tun hat? Vielleicht wärst du ruhig, bestimmt, offen, verbunden, interessiert?Wer wärst du, wenn du diesen Gedanken einfach nicht glauben könntest?

Dreh's um!

Umkehrungen zeigen, aus wie vielen Perspektiven man einen Gedanken betrachten kann und wie wahr all diese anderen Perspektiven sein können.


Ein Gedanke, den wir glauben, ist nicht mehr als ein klitzekleines Stückchen des unendlich großen Kuchens der Wirklichkeit. Und jede Umkehrung ist ein neues Stückchen. Je mehr Beispiele wie finden können, wie jede Umkehrung auch wahr oder wahrer sein kann, als der Originalgedanke, desto erleuchteter werden wir in Bezug auf die Wirklichkeit.


In meinem Fall war die wichtigste Umkehrung: Ich habe mich verlassen. Ja, denn indem ich glaubte, dass alle mich verlassen haben, weil ich so wertlos bin, habe ich mir die Schuld aufgeladen. Ich habe die Geschichte erfunden, dass ich verlassen wurde weil ich mich zu wertlos fand um geliebt zu werden. Ich habe gedacht, dass ich nie mehr glücklich sein kann.


Eine andere Umkehrung: Ich habe alle verlassen. Ja, indem ich ihnen unterstellt habe, mich nicht zu lieben, nicht an meinem Wohlergehen interessiert zu sein. Indem ich boshafte Gedanken über sie hatte.Und die dritte Umkehrung: keiner hat mich verlassen. Ja, das ist wahr. Keiner hat mich je verlassen, denn alle sind so präsent in meinem Leben. "Verlassen" ist nur eine Geschichte, die ich erzähle.

Und was soll das Ganze?

The Work ist keine Quick-Fix-Methode um schnell ein Pflaster auf eine Wunde zu kleben. Sie erfordert Ehrlichkeit. Sie erfordert, dass du lieber die Wahrheit wissen willst, als Recht zu haben! Wenn du The Work über die Gedanken machst, die dich quälen, dann wurst du Stück für Stück erkennen, dass keiner deiner Gedanken wahr ist. Du bist frei!


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Dankbarkeit im Unglück - geht das?

Donnerstag, 09 November 2017 08:59 von Susanne Keck

Darum geht es in diesem Blogbeitrag:

  • Dankbarkeit und Unglück schließen sich nicht aus!
  • Du kannst jetzt sofort deine innere Dankbarkeit finden - egal in welcher Lebenssituation du gerade bist!

Nicht schon wieder Dankbarkeit!!

Vielleicht liest du öfter über Dankbarkeit: wie Dankbarkeit dein Glück und deine Resilienz vergrößern kann, wie Dankbarkeit deinen Weg aus der Krise vereinfachen kann und so fort.


Vielleicht denkst du jetzt: Oh nein, ich möchte nicht schon wieder an Dankbarkeit erinnert werden. Darf ich nicht mal in Ruhe wütend, traurig, verzweifelt oder hoffnungslos sein?


Natürlich darfst du das! Denn es geht gar nicht darum, dass du nicht fühlen darfst was du fühlst! Dankbarkeit will dir nicht deine negativen Erlebnisse wegnehmen, Dankbarkeit will nicht deine Gefühle bekämpfen. Es geht nicht darum, dass du (gefälligst) dankbar sein solltest, wenn du aber gerade verletzt oder wütend bist.


Alle Gefühle haben ihren Platz solange sie da sind. Leid und Dankbarkeit schließen sich nicht aus!

Unglück und Dankbarkeit?

Oft sagen wir meine Klienten/innen, dass sie in Zeiten des Leids nichts finden können, für das sie dankbar sein könnten. So als ob das Unglück, die Enttäuschung oder die Wut die Brille ist, durch die sie die Welt sehen und alles Gute und Schöne durch diese Brille nicht sichtbar ist.


Wenn du diese Brille eine zeit lang getragen hast, dann kann es sein, dass du auch deine Vergangenheit und die Zukunft durch diese Brille betrachtest und auch dort nichts mehr Gutes erkennen kannst - so als ob dein Leben immer schon traurig und freudlos gewesen wäre.


Das stimmt natürlich nicht, denn es ist nur die Brille durch die du die Welt siehst! Es ist nicht die Wahrheit, dass es in deinem Leben nichts mehr Gutes gibt! Selbst am schlimmsten Tag deines Lebens gab es das Gute.

Don't be a traitor to misery!

Ich liebe das Zitat von Byron Katie, in dem sie sagt, dass wir keine Verräter des Unglücks sein wollen. Was meint sie damit? 

Wenn wir leiden, dann wehren wir uns innerlich dagegen irgendetwas wahrzunehmen, das nicht leidvoll ist oder etwas, das unserer Leidens-Geschichte widerspricht.


Die Gründe dafür sind vielfältig:

  • Wir wollen den Erwartungen unserer Umwelt entsprechen und wir denken, dass diese in bestimmten Situationen erwartet, dass wir leiden (z.B. nach Verlusterlebnissen).
  • Wir wollen die Hilfe und Unterstützung anderer nicht verlieren und denken, dass wir diese nur bekommen, wenn wir leiden.
  • Wir befürchten Beziehungen zu verlieren, die vielleicht zu einem großen Teil darauf aufbauen sich sich gegenseitig in der Berechtigung des Leidens zu bestätigen.


Wie du deine innere Dankbarkeit in jeder Lebenssituation finden kannst!

Wenn du ab und zu ein/e Verräter/in des Unglücks sein willst, dann wirst du vielleicht feststellen, dass Unglück und Dankbarkeit durchaus nebeneinender existieren können. 


Probiere es doch gleich einmal aus und betrachte deine Umgebung. 


Nimm dir jetzt ein oder zwei Minuten Zeit da wo du gerade bist, indem du alles was du siehst, hörst, fühlst, riechst, schmeckst mit Neugierde und Wohlwollen betrachtest, so als ob du es noch nie gesehen hättest.


Nimm alles wahr, was es da gibt - und wenn du wieder in deine Gedankenwelt abdriftest, dann bringe deinen Geist zurück ins Hier und Jetzt und nimm weiter alles um dich herum mit Neugierde und Wertschätzung wahr - alles was da ist!


Es ist ganz egal wo du bist und in welcher Lebenssituation, immer gibt es mehr als genug Dinge um dich herum für die du dankbar sein kannst.


Überlege dir, wie es zustande gekommen ist, dass diese Dinge jetzt für dich da sind, was Menschen dazu beigetragen haben mit ihrem Können, Wissen und ihrer Arbeit. Spüre die Dankbarkeit dafür, dass dies alles für dich da ist - auch wenn sie vielleicht ganz klein ist.


Genieße für einen Moment das gute Gefühl, dass - trotzdem du vielleicht gerade in einer schwierigen Lebenssituation bist - es so viel um dich herum gibt, das dich unterstützt.

Das Gute im Schlechten sehen lernen!

Wenn du noch einen Schritt weiter gehen willst, dann könntest du dir auch überlegen, wie das Schlechte in deinem Leben auch gut ist.


Vielleicht bedeutet Dankbarkeit gar nicht, sich etwas vorzumachen, sich etwas schön zu reden oder das Schelche zu verdrängen?


Dabei geht es nicht darum, dich zu etwas zu überreden! Du darfst es weiterhin schlecht finden! Es geht nur darum, ein klitzekleines bisschen offen für die Möglichkeit zu werden, dass es neben dem Leid und dem Unglück, auch etwas Gutes an der Sache gibt.


Hier möchte ich nochmal Byron Katie zitieren: "Alles was geschieht geschieht für dich, nicht gegen dich! Es geschieht genau zum richtigen Zeitpunkt, nicht zu früh und nicht zu spät! Du musst es nicht mögen, es ist nur einfacher wenn du es tust!"


Vielleicht ist es sogar höchst realistisch für alles dankbar zu sein, was geschieht! Denn ohne unsere Erfahrungen und Erlebnisse wären wir ja nicht die, die wir sind.


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Trauer und Verlust ... drei Dinge die dir helfen, wenn nichts mehr so ist wie es einmal war?

Donnerstag, 26 Oktober 2017 11:51 von Susanne Keck

Darum geht es in diesem Blogbeitrag:

Jedes Jahr im November jährt sich der Todestag meiner Mutter. Sie hat sich am 07. November 2002 das Leben genommen, 7 Wochen nachdem mein Vater an einem Herzinfarkt gestorben ist. Ich weiß sehr gut, wie es ist, wenn plötzlich nichts mehr so ist, wie es war. Jeden November spüre ich wieder die Nachklänge aus Schmerz, aber mittlerweile auch viel Dankbarkeit, Mitgefühl und Liebe.


Also gibt es keine bessere Zeit, um einen Blogbeitrag über Verlust und Trauer zu schreiben!

Trauer als Krise

Meine Lieblingsdefintion von Krise ist: ... wenn das Alte gestorben ist und das Neue noch nicht geboren.


Auf kaum eine Art von Krise trifft das besser zu, als die emotionalen Tiefen, in die uns schwere Verlusterlebnisse stürzen. Wir trauern um den Verlust des Alten und sehen nichts Neues vor Augen.

Aber es war doch nur ein Meerschweinchen ...

Dabei gilt als schwerer Verlust nicht nur der Tod eines geliebten Menschen! Auch Trennungen und Scheidungen oder der Verlust wichtiger Aufgaben, wie z.B. eines Jobs, kann einen Menschen in eine Krise stürzen.


Es ist wichtig, dass du dir deine Trauer zugestehen darfst. Selbst wenn es "nur" das Meerschweinchen ist oder eine gerade erst begonnene Beziehung. In der Trauer gibt es kein "nur"!

Trauerst du auch richtig?

Trauer hat viele - teilweise völlig gegensätzliche und ambivalente - Gesichter: von Erstarrung und Taubheit bis hin zu kaum erträglicher Verzweiflung und manischer Aufregung. Von Gefühlen der Liebe und der Sehnsucht bis hin zu brennender Wut und Aggression.


Du erlebst deine eigene individuelle Mixtur aus Zuständen, die von vielen Faktoren abhängt und für dich genau richtig ist.

Alle Versuche, bestimmte Phasen von Trauer festzulegen führen nur dazu, dass Menschen ihr Erleben vergleichen und sich fragen: trauere ich "richtig"? Bin ich krank oder normal?

Voll krank, oder?

In der Trauer gibt es keine Regeln. Sie ist so vielfältig wie das Leben der Menschen, die sie durchmachen. Aber eines ist gewiss: Trauer ist keine Krankheit! Sie ist eine normale Reaktion, die es dir ermöglicht, mit dem Verlust umzugehen ... auch wenn sich in diesen Zeiten kaum etwas normal anfühlt.


Ganz egal wie deine Trauer aussieht, wie lange sie anhält und ob sie sich früher oder später zeigt, das alles ist im Bereich des normalen Erlebens von Menschen!

Schmerz, Isolation, und Zweifel

Menschen die in Zeiten der Trauer zu mir kommen haben oft drei Probleme und vielleicht findest du dich in dem ein oder anderen wieder:

1. Schmerz - Trauer tut weh.

Die Wissenschaft hat kürzlich bewiesen, dass Verluste tatsächlich körperliche Schmerzen hervorrufen. Oft berichten Trauernde von solchen förmlich körperlich spürbaren Schmerzen und wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen.

2. Isolation - Trauer führt zu Gefühlen des Getrenntseins

Viele Menschen berichten, dass die Trauer eine Art Wand zwischen ihnen und den anderen zu erschaffen scheint und sie sich allein und verlassen von der ganzen Welt fühlen.

3. Zweifel und Scham - Trauer lässt Menschen an sich zweifeln.

Häufig wissen Trauernde nicht, ob das, was sie erleben, "richtig" ist und was Anzeichen einer "erfolgreichen" Trauer sei.


Darfst du nach Monaten immer noch verzweifelt sein? Hättest du nicht längst schon loslassen müssen? Oder solltest du nicht im Gegenteil viel trauriger sein, als du es bist? Darfst du nach einem Verlust wütend oder gar glücklich sein?

Zu 1. Den Schmerz der Trauer lindern

Im Buddhismus gibt es die schöne Formel: Leid = Schmerz x Widerstand. Widerstand gegen körperliche oder psychische Schmerzen ist eine normale menschliche Reaktion, die Leid vermeiden will. Wir leisten Widerstand, indem wir z.B. unsere Muskeln verhärten, uns ablenken oder unsere Gefühle betäuben. Das ist gut, denn so können wir immer nur so viel Schmerz zulassen, wie wir glauben aushalten zu können.


Auf die Dauer jedoch führt großer Widerstand zu Leid, denn die Gefühle bzw. Schmerzen lassen sich nicht dauerhaft wegdrängen. Sie werden dann oft zu ständigen latenten Begleitern, die ihren Weg in unser Bewusstsein suchen, wann immer sie eine Gelegenheit dazu bekommen, z.B. wenn mal Ruhe ist oder wenn wir alleine sind.


Dies führt dazu, dass wir auf der Flucht sind vor den Gefühlen und unsere Angst vor ihnen immer größer wird. Bis wir vielleicht irgendwann befürchten, wie würden es nicht überleben, wenn wir sie einmal wirklich zuließen. (Zu deiner Beruhigung: bisher ist noch jeder lebend aus einem Termin mit mir gekommen).


Ein guter Weg für dich, um auf behutsame Weise Zugang zu deinen Gefühlen und deinem Widerstand zu erlangen, ist (wieder) in Kontakt mit deinem Körper zu kommen.


Dabei hilft dir z.B. ein bewusster oder vielleicht sogar liebevoller Kontakt mit dem Körper bei so alltäglichen Dingen wie Gehen, Duschen oder Baden, Eincremen, Essen, oder Sport. Oder einmal schmerzhafte Körperstellen zu dehnen, zu massieren oder einzuölen.

Zu 2. Wege aus der Isolation

Oft berichten Trauernde, sie fühlten sich wie in einer Blase aus Einsamkeit, ohne Unterstützung, anders als alle anderen, völlig einsam und getrennt.


Ein wichtiger Faktor der Isolation ist Scham. Scham ist das schlimme Gefühl das eintritt, wenn du glaubst, dass mit dir etwas nicht stimmt und dass du deshalb keine Liebe und Zugehörigkeit verdienst. Vielleicht glaubst du, es könne eh keiner verstehen und nachempfinden? Vielleicht schämst du dich dafür, dass du nicht so fühlst wie du meinst fühlen zu müssen oder wie andere es von dir erwarten? Vielleicht fühlst du Schuld oder Wut und verurteilst dich dafür?


Scham gedeiht am Besten im Schweigen. Wenn wir nie mit jemandem darüber reden, wie es uns geht, dann können wir auch nie feststellen, dass es anderen genauso geht oder dass sie es verstehen können. Vielleicht möchtest du dich jemandem anvertrauen, der aus deiner Sicht würdig ist, deine wahren Gefühl und Gedanken zu kennen?


Im Buddhismus gibt es den Begriff der "Geteilten Menschlichkeit". Das bedeutet, dass es nichts gibt, was uns aus der menschlichen Gemeinschaft ausschließt. Keine noch so extremen Gefühle oder keine noch so extreme Gefühllosigkeit disqualifiziert dich ein Teil der Menschheit zu sein. Wir sind alle miteinander verbunden und nichts kann uns tatsächlich trennen - außer wir glauben, getrennt zu sein.


Einige Meditationen legen den Fokus auf die Verbindung zwischen allen Wesen und der "geteilten Menschlichkeit" und diese sind für Trauernde sehr heilsam, wie z.B. die Selbstmitgefühlspause weiter unten.

3. Selbstakzeptanz - Zu sich und der eigenen Art der Trauer stehen

Trauer ist universell, das heißt, dass alle Menschen sie gleichermaßen erleben können und gleichzeitig höchst individuell, das heißt, dass sie sich bei unterschiedlichen Menschen ganz anders zeigen kann.


Es gibt kein allgemeingültiges Zeichen einer "erfolgreichen" Trauer. Für manche bedeutet gelungene Trauer, die Liebe und Verbindung zu einem Menschen den Rest des Lebens zu spüren und auf eine Art sogar zu feiern. Für manche bedeutet erfolgreiche Trauer sich von etwas abzuwenden und neu zu beginnen. Für manche bedeutet es, Wut zuzulassen und die Dinge neu zu bewerten. Für manche bedeutet es in erster Linie sich selbst zu entdecken und eine neue Beziehung zu sich selbst aufzubauen.


Erst wenn ich meine Gedanken und Gefühle so annehme, wie sie sind kann ich mich ihnen überhaupt zuwenden. Jede Form von vorgefertigter Vorstellung, wie Trauer sich anfühlen und wie sie aussehen sollte verhindert das.


Die Selbstmitgefühlspause ist eine wunderbare Übung aus der Selbstmitgefühlspraxis, die dir helfen kann, deine schmerzlichen Gefühle behutsam anzunehmen und mit geteilter Menschlichkeit und Selbstfreundlichkeit auf sie zu reagieren. 


Hier kannst du diese wohltuende Meditation von mir gesprochen anhören.

Die 5 Dinge, die dich aus der Krise zurück uns Leben bringen!

Donnerstag, 05 Oktober 2017 15:24 von Susanne Keck


Steckst du gerade in einer akuten oder chronischen Krise - z.B. durch einen schweren Verlust - und fragst dich, wie du da jemals wieder herausfinden sollst? Verlierst du langsam die Hoffnung, dass es dir jemals wieder gut gehen wird und du ein zufriedenes Leben führen kannst?


Dann bist du hier genau richtig! In diesem Blogbeitrag stelle ich dir 5 Dinge vor, die dir helfen durch die Krise zurück ins Leben zu finden! 

Was sind diese 5 magischen Dinge?

1. Achtsamkeit - nach Hause kommen zu dir selbst

2. Selbstmitgefühl - Die Kunst der Freundschaft mit dir selbst

3. Dankbarkeit - Das Gute im Schlechten sehen lernen

4. Negative Glaubenssätze infrage stellen - The Work of Byron Katie

5. Die Kraft der inneren Bilder nutzen - Imagination


In meiner 15jährigen Erfahrung als Psychotherapeutin in der Begleitung von Menschen in Krisen haben sich diese 5 Praktiken als wunderbare Hilfsmittel erwiesen, um Menschen dabei zu unterstützen ihre Krise als Sprungbrett in ein erfüllteres Leben zu nutzen. Und auch in meinem Leben sind dies die Häfen und Kraftorte in die ich mich zurückziehe um Kraft und Hoffnung zu schöpfen, wenn ich schmerzliche Erlebnisse habe.

1. Achtsamkeit in der Krise

Wenn die Achtsamkeit etwas Schönes berührt, offenbart sie dessen Schönheit.
Wenn die Achtsamkeit etwas Schmerzhaftes berührt, wandelt sie es um und heilt es.
Thich Nhat Hanh


Doch nun zum ersten Werkzeug, das dir dabei hilft, aus der Krise zu kommen, nämlich Achtsamkeit.

Es gibt viele Definitionen von Achtsamkeit:

  • Nicht-wertende wohlwollende Aufmerksamkeit auf den jetzigen Moment.
  • Wirklich "da" sein mit dem, was gerade ist.
  • Annehmende Haltung gegenüber der gegenwärtigen Erfahrung.


Wenn wir achtsam sind, dann nehmen wir unsere inneren Regungen, seien es Sinneswahrnehmungen (also, was ich höre, sehe, rieche, schmecke, spüre), seien es Gefühle oder Gedanken  an, ohne sie zu bewerten. So, als ob du ein/e wohlwollende/r Beobachter/in deines Innenlebens wärst, ohne direkt involviert zu sein.


Bestimmte Gefühle und Gedanken jedoch wollen wir nicht so gerne annehmen, besonders die körperlichen und seelischen Schmerzen, die wir in Krisen oft haben, wie Traurigkeit, Wut, Scham, Verzweiflung etc.


In der Achtsamkeit üben wir, sie einfach wahrzunehmen, ohne sie loswerden zu wollen.


Eine Vielzahl an Studien haben gezeigt: Wer sich täglich in Achtsamkeit übt, stärkt seine Gesundheit, seine Körperwahrnehmung und gewinnt an Gelassenheit und Ruhe. Indem du dein inneres Erleben mit allen positiven und negativen Gefühlen, Gedanken, Befürchtungen sowie sämtlichen Körperwahrnehmungen einfach geschehen lässt, kannst du Abstand zu dir selbst und gleichzeitig Selbstakzeptanz gewinnen.





Wer alles wahrnimmt ohne zu bewerten, kann erleben, wie Gefühle und Gedanken kommen und wieder gehen. Und je geübter man darin wird, sich und seine Regungen wie ein wohlwollender Beobachter zu betrachten, umso mehr verlieren auch negative Gefühle und Gedanken ihre Durchschlagskraft. Du reagierst mit der Zeit nicht mehr so heftig drauf.


Achtsamkeit eröffnet dir einen neuen Blickwinkel, in gewissem Sinne auch ein Stück Gelassenheit und Weisheit. Das große Kino, das sich täglich in unseren Köpfen (in Form von tausenden von Gedanken) und Körpern (in Form der daraus entstehenden Gefühle) abspielt, können wir auch aus der Vogelperspektive betrachten, ohne gleich einzugreifen.


Die Gelassenheit, die du dabei entwickelst, macht es einfacher, dich selbst und auch die Dinge so zu akzeptieren wie sie eben sind.

Widerstand - Was wir fühlen können, können wir heilen

Das Gegenteil von Achtsamkeit ist Widerstand. Hier bedeutet Widerstand den Wunsch, dass unsere Erfahrung in diesem Moment anders sein möge als sie ist.


Jeder kennt das: wir wehren uns innerlich gegen die Realität. Wir wollen Dinge nicht wahrhaben, die uns aus unserer Komfortzone bringen.
Wir wollen nicht den Schmerz des Verlassen- oder Enttäuscht-Werdens spüren. Wir wollen nicht die Angst vor dem Ungewissen fühlen. Wir wollen uns nicht in Situationen begeben, in denen wir beschämt werden oder Angst haben könnten. Wir wollen uns nicht mit bestimmten Problemen oder Realitäten befassen, wenn wir sie als überfordernd erleben könnten. Das ist ganz normal, denn wir wollen uns vor dem Leiden schützen.
Doch schützt uns der Widerstand gegen Gefühle und Empfindungen wirklich?


Im Buddhismus lautet die Formel für Leid:

Leid = Schmerz x Widerstand.


Körperlicher und seelischer Schmerz ist Teil des Lebens. Alle Menschen erleben früher oder später Schmerzen, seien es körperliche oder seelische Schmerzen durch Krankheiten oder Verlusterlebnisse. Wenn wir jedoch versuchen, gegen diesen Schmerz anzukämpfen wird er meist noch schlimmer und es entsteht Leid.


Dieser Widerstand ist der Hauptgrund für unser Leid, denn er vergrößert den Schmerz und verhindert das Mitgefühl mit uns selbst. Wenn ich nicht bereit bin meinen Schmerz erst einmal ohne Bewertung anzunehmen, dann kann ich auch nicht freundlich zu mir sein, wenn ich leide.


Deshalb ist achtsames Wahrnehmen von schmerzlichen Gefühlen so wichtig für ihre Heilung: erst was ich fühlen kann, kann ich auch heilen. Erst wenn ich Ja (nicht Hurrahh, sonder nur Ja) zu meinem Schmerz sagen kann, kann er gelindert werden.Die einfache achtsame Feststellung: "Da ist Schmerz." oder "Das tut weh." oder "Da ist Angst." mit einer wohlwollenden mitfühlenden inneren Haltung kann schon alles verändern.


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